Grablege der Staufer mit viel Programm

Kloster Lorch

Ein Stück vom Kreuz Christi in Lorch

Die echte

Kreuzreliquie

Sie gehörten zu den verehrtesten Reliquien des Mittelalters: die Späne vom Kreuz Christi. Auch in Lorch erzählte man sich eine Geschichte von solch einem kostbaren Stück aus dem Heiligen Land.

Kreuzprozession an Fronleichnam, illustriertes Notenblatt aus dem Lorcher Chorbuch; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Die Kreuzprozession als Notenillustration.

Ein Mönch prüft die Echtheit der Kreuzreliquie

Kloster Lorch soll einst ein Stück vom Kreuz Christi besessen haben. Das heilige Holz wurde als Reliquie in einem vergoldeten Kreuz aufbewahrt, das Kreuz wiederum lag eingebettet in einer Tafel aus Silber und Gold. Um die Echtheit zu prüfen, soll der Mönch Nikolaus Vener aus Gmünd ein Stück von der Reliquie abgeschnitten und ins Feuer geworfen haben. Der Span blieb unversehrt. Seit damals, dem
14. Jahrhundert, habe die Kreuzpartikel als echt gegolten, berichtet 1484 der Mönch Wilhelm von Schächingen.

Reliquien und Reliquiare in Kloster Lorch

Tatsächlich gab es viele Kreuzpartikel. Sie kamen oft durch die Kreuzzüge nach Deutschland, direkt aus dem Heiligen Land oder aus Kirchen, in denen sich die Kreuzritter unterwegs bedienten. Um diese Späne vom Kreuz Christi entstanden oft Wallfahrten und Wunder. Die raren Stücke erhielten kostbare Hüllen aus Edelmetall, um sie bei Kirchenfesten zu präsentieren. Eine Illustration in den Lorcher Chorbüchern zeigt solche Reliquiare. Womöglich entstand die Lorcher Geschichte, um Zweifel der Gläubigen zu zerstreuen.