Detailansicht Deckenfresko im Treppenhaus der Neuen Abtei im Kloster Schöntal

Schwingendes Raumerlebnis

Das Treppenhaus

Das prächtige Treppenhaus im Rokoko-Stil verkörpert den Repräsentationswillen der Äbte. Schwungvolle Treppenläufe, zahlreiche Vergoldungen und ein beeindruckendes Deckengemälde zeichnen den majestätisch anmutenden Empfangsraum der Neuen Abtei aus.

Treppenhaus im Kloster Schöntal

Das Treppenhaus reicht über drei Stockwerke.

Herrschaftlicher Empfangsraum

Unter Benedikt Knittel, dem Abt von 1683 bis 1732, erlebte das Kloster eine neue Blüte. Er begann mit dem Bau der schlossartigen Neuen Abtei und ihrem Treppenhaus. Sein Nachfolger, Abt Angelus Münch, sorgte für den Bauabschluss um 1745. Das Resultat ist eine feierliche und repräsentative Empfangshalle, die sich über drei Stockwerke erstreckt. Sie wurde nach einem Modell Johann Ludwig Deisingers gebaut.

Sprechende Figuren

„Sapientia“ und „Scientia“ – die Verkörperungen von Weisheit und Wissenschaft – empfangen den Besucher unten im Treppenhaus. Am Balkon des obersten Stockwerks befindet sich der Reichsadler, den eine Krone ziert. In seinen kräftigen Krallen trägt er ein Schild mit der lateinischen Inschrift „Sustentat et ornat“ – „Er stützt und schmückt“. Die Brüstungen, die ornamental durchbrochen sind, tragen noch weitere Figuren und Wappen.

Statue „Sapientia“ im Treppenhaus von Kloster Schöntal; Foto: Foto Besserer
Statue „Scientia“ im Treppenhaus von Kloster Schöntal; Foto: Foto Besserer

Diese Statuen empfangen den Besucher im Treppenhaus: Links Sapientia (Weisheit) und rechts Scientia (Wissenschaft).

Muschelförmige Ornamente im Treppenhaus von Kloster Schöntal

Auch Kaiser Barbarossa ist mit Wappen vertreten.

Wappen und Ornamente in Muschelform

Der schwungvolle Treppenlauf erstreckt sich bis unter die Decke. Die Brüstung aus Holz ist mit Rocaillen-Schnitzereien versehen. „Rocaille“ ist ein Begriff aus dem Französischen und bedeutet Muschelwerk. Die muschelförmigen Ornamente enthalten die Wappen, die mit Kloster Schöntal in Verbindung stehen. Beispielsweise ist Kaiser Friedrich Barbarossa, der dem Kloster einen Schutzbrief ausstellte, mit dem Stauferlöwen vertreten. Über der Freitreppe befindet sich das Wappen des Abtes Angelus Münch.

Treppenhaus in der Neuen Abtei von Kloster Schöntal; Foto: Foto Besserer

Im Deckengemälde als Frauengestalt dargestellt.

Triumphzug der Kirche

Im ersten Obergeschoss steht ein prächtiges Gitter aus Schmiedeeisen: Den Auftrag dazu erteilte Abt Augustin Brunnquell, der von 1761 bis 1784 regierte. Sein Wappen, ein aus einem Füllhorn quellender Springbrunnen, ziert die Mitte der beiden Türflügel. Der Italiener Johann Baptist Ferradini gestaltete 1745 ein Deckengemälde, das den „Triumph der katholischen Kirche“ zeigt, versinnbildlicht durch eine Frauengestalt, die von den vier Erdteilen umgeben ist.

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