Porträt Eduard Mörike, Gemälde um 1850

Der Dichter geniesst

Mörike und der Luftkurort Lorch

„Wahr aber ist, ich lebe hier, Essen und Trinken abgerechnet, fast nur vom Genuß der Gegend, insonderheit der Luft...“, begeistert sich der Dichter Eduard Mörike (1804-1875) 1867 für Lorch. Dank der lebhaften Briefkultur des 19. Jahrhunderts haben sich seine Beschreibungen bis heute erhalten.

Eduard Mörike mit Buch, Ausschnitt aus Fotografie von F. Brandseph, 1875

Mörike führte ein „Hausbuch“ für persönliche Notizen.

Das Lorcher Hausbuch

Der romantische Dichter und Schriftsteller war ein vielseitig begabter Künstler. Er notierte seine Eindrücke in einem Hausbuch, das er mit kleinen Zeichnungen verzierte. Am bekanntesten ist eine eher kuriose kreative Freizeitbeschäftigung. Mörike schreibt, er habe „sich den Spaß erlaubt, auf des Hafners Arbeit seine Zeichnungen und Worte einzugraben“. Diese Keramiken, geschmückt mit seinen Versen, verschenkte er an Freunde und Verwandte. Das Hausbuch hütet heute das Deutsche Literaturarchiv Marbach.

Lorch als Luftkurort

Lorch und sein Kloster zogen im 19. Jahrhundert die Reisenden an. Seit der Eröffnung der Remsbahn kamen immer mehr Gäste zur Kur und Sommerfrische – eine Einnahmequelle für die Lorcher. Ab 1871 sorgte ein Verschönerungsverein für Wanderwege und Ruhebänke, legte eine Badestelle an der Rems an und verschönerte das Straßenbild. Bis in die 1930er-Jahre wurde vor allem mit guter Luft und mildem Klima, der reizvollen Landschaft und den Sehenswürdigkeiten für den Luftkurort Lorch geworben.

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