Detailansicht eines Stauferbilds in der Klosterkirche Lorch

Stifter und Schutzpatrone für alle Zeiten

Die Stauferbilder

Die Staufer waren die Klostergründer – und blieben, nachdem die Dynastie längst erloschen war, präsent. Als die Klosterkirche nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1525 wieder aufgebaut werden musste, wollte der Abt durch die Wandgemälde in der Kirche an die große Tradition erinnern.

Stauferbilder in der Klosterkirche Lorch; Foto: Ulrich Rund

Bunte Zeugnisse der Klostertradition.

Erinnerung an die grosse Tradition

In einer schwierigen Zeit wollte Abt Laurentius Autenrieth mit seinem Auftrag an die Stifterfamilie des Klosters erinnern. Die Bilder verzieren die Wandpfeiler des Mittelschiffes. Ganz im Westen stehen sich zwei Paare gegenüber. Dann folgen als Einzelfiguren die wichtigsten staufischen Herrscher, darunter Friedrich I. Barbarossa und Kaiser Friedrich II. Auffällig ist, dass die dargestellten Staufer Kleidung tragen, die in der Entstehungszeit der Bilder um 1530 modern war und nicht die Kleidung des 12. Jahrhunderts.

Stifterbild mit Herzog Friedrich von Schwaben und Agnes von Waiblingen, Wandbild in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund

Die Klosterstifter präsentieren ein Kirchenmodell.

Das Stifterpaar mit Kirchenmodell

Am südlichen Wandpfeiler sind die Stifter der Klosterkirche zu sehen: Herzog Friedrich von Schwaben (um 1047–1105) und Agnes von Waiblingen (1072–1143). Friedrich war der Erbauer der Burg Hohenstaufen und seit 1079 Herzog von Schwaben. Im gleichen Jahr heiratete er die Kaisertochter Agnes. Sie gebar 21 Kinder in zwei Ehen – kein untypisches Frauenschicksal. Die beiden Stifter präsentieren ein Modell ihrer Klosterkirche, allerdings ohne Westtürme: Die gab es schon nicht mehr, als die Bilder um 1530 entstanden.

König Konrad und Gertrud von Sulzbach, Wandbild in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund

Restauriertes Wandbild.

König Konrad und Gertrud von Sulzbach

Das Wandgemälde gegenüber, am nördlichen Pfeiler, zeigt Konrad und Gertrud als Stifter: Sie halten einen Flügelaltar in Händen. König Konrad (1093–1152) schuf die Grundlage für den Glanz seines Hauses. Als Förderer von Kloster Lorch veranlasste er, dass seine Vorfahren aus der Stiftskirche im Dorf in die Klosterkirche umgebettet wurden. Früher wurde dieses Wandbild mit König Philipp von Schwaben und seiner Frau Irene von Byzanz verknüpft – ein Irrtum des Tübinger Professors Martin Crusius von 1588.

Übermalung und Restaurierung

Wie die Wandbilder bei ihrer Entstehung um 1530 aussahen, lässt sich kaum noch sagen, so oft wurden sie erneuert und übermalt – ein Zeichen der hohen Wertschätzung für die Abbilder der legendären Staufer. Auch Zeichnungen der Stauferbilder aus früheren Jahrhunderten helfen nicht: Sie zeigen vor allem eins, nämlich den Geschmack und die Sicht der Zeit, in der sie entstanden. Die letzte Restaurierung der großformatigen Malereien fand 1951 statt.

Herzog Friedrich II., Wandbild in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund
Kaiser Friedrich Barbarossa, Wandbild in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund
Konradin, der letzte Staufer, Wandbild in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund

Die immer wieder restaurierten Wandbilder sprechen für die hohe Wertschätzung der Staufer.

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