Innenaufnahme der Kirche St. Petrus und Paulus, Kloster Lorch

Gotteshaus und Denkmal

Die Klosterkirche

Eine wirtschaftliche Blüte machte den spätgotischen Umbau der romanischen Klosterkirche Ende des 15. Jahrhunderts möglich. Doch nach der Reformation verfiel die Klosterkirche ungenutzt bis zu ihrer Entdeckung als mittelalterliches Denkmal und Ort der Staufer-Verehrung im 19. Jahrhundert.

Luftaufnahme der Klosterkirche Lorch, Foto: Schwarz

Die Kirche ist wie ein Kreuz aufgebaut.

Mächtiger Eindruck von aussen

Die Fassade mit zwei Türmen – der Westbau – war schon von Weitem zu sehen: Die romanische Klosterkirche muss ein herrschaftlicher Anblick gewesen sein. Sie wurde erbaut als typische romanische Pfeilerbasilika über dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes. Kleine rundbogige Fenster gaben dem Mittelschiff und den niedrigen Seitenschiffen Licht. Im Inneren stieg der romanische Chor einige Stufen gegenüber dem Kirchenschiff an. Die Weihe des Hochaltares war 1139 – die Hauptteile der Kirche waren wohl vollendet.

Blick zum Chorraum der Klosterkirche Lorch mit Kruzifix im Vordergrund; Foto: Schwarz

Der Chorraum ist etwas höher angelegt.

Neuer Glanz in der späten Gotik

Abt Nikolaus Schenk von Arberg ist der wichtigste Bauherr der spätgotischen Umbauten in Kreuzgang und Kirche, die er 1469 weihen konnte. Die beiden Seitenschiffe und die Querhäuser, bis dahin flach gedeckt, erhielten Gewölbe. Der kurze romanische Chor wurde über den Kreuzgang erweitert und bekam das schöne spätgotische Rippengewölbe. Große Maßwerkfenster in gotischen Formen brachten Licht in die Querschiffe und den Chor. Die ganze Ausstattung der Kirche wurde erneuert, vom Chorgestühl bis zu den Altären.

Archivalien berichten über Ausstattung

Wie im Mittelalter üblich war die Klosterkirche dank zahlreicher Stiftungen reich ausgestattet. Um 1500 standen hier zwölf Altäre: im Chor, vor der Vierung, in den Querschiffen und fast an jedem Pfeiler des Mittelschiffs. Sie waren verschiedenen Heiligen geweiht. Ein großer Teil der Altäre erhielt Ende des 15. Jahrhunderts neue spätgotische Altarbilder. Sie leuchteten in Blattgold und kräftigen Farben. Doch dieser Reichtum wurde in alle Winde zerstreut, nur in Archivalien ist die Ausstattung noch erwähnt.

Grabmal im westlichen Teil der Klosterkirche Lorch; Foto: Ulrich Rund

Westlicher Kirchenteil mit Grabmal.

Ein Denkmal wird gerettet

Im 19. Jahrhundert gab es dramatische Berichte über ihre Baufälligkeit – und fast wäre die ehrwürdige Kirche abgerissen worden. Doch die Idee der Denkmalpflege erwachte und Lorch als Staufer-Grablege galt als bedeutendes Denkmal. In den Jahren 1833 bis 1838 enfernte man Einbauten im Kirchenraum: Damals verschwanden das Chorgestühl, eine Empore im Querschiff und die Mönchstreppe im Chor – die Verbindung zum Schlafsaal der Mönche. Übrig blieb der freie Kirchenraum, wie man ihn auch heute noch antrifft.

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