Kruzifix in der Klosterkirche Lorch

Eine Klosterstadt zum Beten und Arbeiten

Die Gebäude

Beten und Arbeiten: Das waren die Aufgaben der Mönche. Dafür wurden Klöster gebaut – auch das Benediktinerkloster Lorch. Für den Gottesdienst stand die Kirche im Zentrum, umgeben vom abgeschlossenen Bereich der Mönche. Zugleich war das Kloster ein Wirtschaftsbetrieb mit Grundbesitz.

Kloster Lorch aus dem Tal betrachtet, Aquarell; Foto: Stadtarchiv Lorch

Die Außenansicht – bis heute kaum verändert.

Ein Bild wie vor Jahrhunderten

Ein stolzer Kirchturm in romanischen Formen, ein mächtiger Kirchenbau, große Ziegeldächer mit Dachgauben und das Ganze eingefasst von einer hohen Steinmauer: So sieht man Kloster Lorch schon von Weitem hoch über dem Flusstal der Rems. Wie bei einer befestigten Stadt umgibt eine Ringmauer mit Rundturm das gesamte Klostergelände. Zunächst umfasste sie ein kleineres Areal. Die größere Ringmauer stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde Anfang des 16. Jahrhunderts modernisiert.

Luftaufnahme der Wirtschaftsgebäude von Kloster Lorch

Die Wirtschaftsgebäude im östlichen Teil.

Wichtig für das Kloster: die Wirtschaftsgebäude

Wer heute das Klosterareal von Osten betritt, erkennt nicht so leicht, was die einzelnen Bereiche des Klosters sind. Torturm, Torhäusle und ein Graben mit Zugbrücke sicherten diesen Eingang im Osten. Weltliche Besucher hielten sich vor allem im östlichen Teil der Klosterstadt mit den Wirtschaftsgebäuden auf. Erhalten haben sich entlang der Ringmauer die große Zehntscheuer, das Tor- oder Reiterhaus und zwei kleinere Gebäude. Dagegen sind das Klosterhospital oder das Schulhaus nur noch durch Ausgrabungen bekannt.

Luftaufnahme des Abtshauses von Kloster Lorch, Foto: Ulrich Rund

Ein stattliches Haus für den Abt.

Das Kloster zeigt seinen Wohlstand

Mit zwei Bauten bewies Kloster Lorch, wie vermögend es war: Das Wohn- und Gästehaus des Abtes, Abtshaus genannt, zeugt heute noch davon. Der mächtige Fachwerkbau nimmt den Raum zwischen den Wirtschaftsgebäuden und der Klausur ein. Die Vogtei, vielleicht das Quartier für den württembergischen Herzog während seiner Jagdaufenthalte, war der Amtssitz des Klostervogtes. Alte Darstellungen zeigen den Bau: Er prägte die Talansicht des Klosters. Von der Vogtei steht heute nichts mehr.

Wo die Mönche lebten

Weiter ins Klostergelände eintretend, erkennt man die Kirche. Sie ist das eindrucksvollste Bauwerk, das sich von der Klausur erhalten hat. Hier, im innersten Klosterbereich, lebten die die Mönche. Vom Kreuzgang, der unmittelbar an die Kirche anschloss, ist nur noch ein Flügel ganz und ein Flügel zum Teil erhalten. Man erkennt sie kaum: Es sind die offenen Arkaden im Erdgeschoss der Prälatur und unter dem Chor. In der Prälatur lagen der Speisesaal, der Kapitelsaal und der Schlafsaal der Mönche.

Einst schmückten zwei Türme die Westfassade. Heute gibt es nur noch den runden Marsiliusturm mit seinem steinernen Dach. Hier können Sie hoch hinaus: Der Aufstieg über die schmale Wendeltreppe wird Sie mit einer wunderbaren Aussicht über das Klosterareal und die Umgebung belohnen!

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