Jagdschloss von Kloster Hirsau, Foto: Stadtinformation Calw

Singen bis nach Mitternacht

Der Schulalltag

Der Schulalltag der Klosterschüler war strengstens geregelt. Andachten und Unterricht bestimmten ihren Tagesablauf. Hoher Besuch konnte da zwar hin und wieder für Abwechslung sorgen, verlangte manchmal jedoch eine noch größere Anstrengung von den Klosterschülern.

Württembergisches Kirchengesangbuch aus der Zeit der Reformation

Musik war ein wichtiger Teil des Stundenplans.

Musik als Lobpreis

Neben den Fächern, die auf das spätere Theologiestudium an der Universität Tübingen vorbereiten sollten, gehörte der Musikunterricht zum täglichen Stundenplan der Klosterschüler. Regelmäßig sangen sie Psalmen in den Gottesdiensten und Andachten. Auch das Musizieren zu Ehren hoher Gäste, die auf ihren Badereisen nach Wildbad oder Teinach in Hirsau übernachteten, wird oft in den überlieferten Akten erwähnt.

Bildnis Johannes Karg, zweiter evangelischer Abt von Kloster Hirsau

Der Abt setzte sich für seine Schüler ein.

Ungebührliche Beanspruchung

Doch manchmal wurden die Schüler bei der Unterhaltung der prominenten Besucher stark überstrapaziert. So wendet sich etwa der zweite evangelische Abt des Klosters, Johannes Parsimonius, im September 1570 mit einem ärgerlichen Schreiben an die herzogliche Kanzlei in Stuttgart. Darin berichtet er, dass seine Schüler bis nach Mitternacht singen mussten, um den zur Visitation anwesenden Kirchenräten Johannes Enzlin, Matthäus Heller und Ludwig Hipp das üppige Nachtmahl zu verschönern.

„Katerstimmung“ am Morgen

Da der Unterricht der jungen Klosterschüler in der Regel schon um sechs Uhr in der Früh begann, dürften einige von ihnen am nächsten Morgen wohl etwas weniger lernfreudig gewesen sein.

Jagdschloss von Kloster Hirsau im Gegenlicht, Foto: Stadtinformation Calw

Nicht jedem Schüler fiel das frühe Aufstehen leicht, wenn sie am Abend vorher lange für die Gäste singen mussten.

Versenden
Drucken