Die Heiligen Aurelius und Benediktus im Stifterbild der Aureliuskirche, um 1480, in Kloster Hirsau

Kostbares Andenken

Der heilige Aurelius

Nur wenig ist über den armenischen Bischof aus dem 5. Jahrhundert bekannt. Seine Gebeine ruhen heute an zwei Orten in Württemberg und werden dort von Gläubigen als Reliquien verehrt. Sie wollen so den Beistand des Heiligen bei diversen Kopfkrankheiten erbitten.

Das Langhaus der Klosterkirche St. Aurelius in Kloster Hirsau

Der heilige Aurelius wurde Namenspatron.

Von Mailand nach Hirsau

Nach einer Überlieferung starb Aurelius um 475 in Mailand und wurde dort auch beigesetzt. 350 Jahre später überführte Bischof Noting von Vercelli, ein Vorfahre der Grafen von Calw, Aurelius‘ Gebeine nach Hirsau, wo zu deren Verehrung ein Kloster gegründet wurde. Bei der Neugründung des Klosters 1049 konnten die inzwischen verloren geglaubten Reliquien wieder gefunden werden. 1489, im Rahmen eines neu belebten Aureliuskultes, wurden seine Gebeine von der Aurelius- in die Peter- und Paulskirche überführt.

Langhaus mit Chor der Klosterkirche in Zwiefalten

Ein Teil seiner Gebeine befindet sich in Zwiefalten.

Odyssee einer Reliquie

Nach der Reformation übergab der neue Herr des Klosters, Herzog Ulrich von Württemberg, 1555 Aurelius‘ Gebeine dem Grafen Wilhelm von Zimmern, der sie in seiner Burg Herrenzimmern verwahrte. Von dort kamen sie wenig später in die Schlosskapelle des Hauses Hohenzollern-Hechingen. Ein Vertreter dieser Familie überließ die Gebeine 1690 dem Kloster Zwiefalten. Von dieser Tochtergründung Hirsaus kehrte 1956 ein kleiner Teil der Reliquie aus Anlass ihrer Wiederherstellung in die Aureliuskirche zurück.

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Das Aureliuskloster

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