Bedeutende Klosteranlage vor eindrucksvoller Kulisse

Kloster Hirsau

Bedeutendes Bauwerk der Romanik

Die Klosterkirche

Das Peter- und Paulskloster bildete die Keimzelle der sogenannten Hirsauer Reformbewegung. Dessen Zentrum, die Kirche, stellte einst das größte romanische Bauwerk im deutschen Südwesten dar und war Wegbereiter für die kirchliche Architektur in ganz Europa.

Ruine von St. Peter und Paul mit Baum im Kloster Hirsau; Foto: Stadtinformation Calw

Die Klosterkirche war schnell gebaut.

Feierlich geweiht und später zerstört

Der Bau der Klosterkirche St. Peter und Paul wurde 1082 unter Abt Wilhelm von Hirsau begonnen. Bis zu ihrer Weihe vergingen nur neun Jahre. Ob damals bereits das gesamte Gebäude fertig gestellt war, ist unwahrscheinlich, da sich der Ausbau des Klosters noch bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts hinzog. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg erlitt die Kirche starke Schäden und diente später als Steinbruch. Wie sie früher ausgesehen hat, weiß man heute durch verschiedene archäologische Untersuchungen.

Perspektivischer Grundriss der Konventsgebäude, Marienkapelle und Eulenturm von Kloster Hirsau, 1933; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lutz Hecker

Perspektivischer Grundriss der Konventsgebäude.

Grundriss heute noch erkennbar

Der langgestreckte dreischiffige Baukörper erhob sich über dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes. Langhaus und Seitenschiffe waren durch jeweils sieben Säulen und zwei Pfeiler voneinander getrennt. An die deutlich hervortretenden Querhausarme schloss sich ein gestufter Rechteckchor an. Eine Vorkirche und eine Doppelturmanlage bildeten den Abschluss der Kirche nach Westen. Der nördliche Glockenturm, genannt Eulenturm, ist heute noch erhalten.

Das Modell zeigt das Kloster vor dessen Zerstörung im Jahr 1692. Die Klosterkirche nahm einen großen Teil der Anlage ein.

Vierung und Chorraum der Peter- und Paulskirche mit Ruine der Allerheiligenkapelle von Kloster Hirsau; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Der Bau der Klosterkirche spiegelt die Ideale wider.

Schlichter Bau ohne Schmuck

Die Klosterkirche St. Peter und Paul wurde aus rotem Buntsandstein errichtet. Durchweg wirkte der gesamte Bau sehr schlicht und hatte lediglich Würfelkapitelle, deren obere Zone mit Schuppenmustern verziert war. In ihrem konsequenten Verzicht auf Malerei und Plastik spiegelte die Klosterkirche die Hinwendung der Hirsauer Mönche zu den ursprünglichen Idealen des Christentums wie Armut, Spiritualität und Frömmigkeit wider und wurde so zum Vorbild für etwa 120 weitere Klöster.

Innenansicht des Klostermuseums von Kloster Hirsau; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Einige Holzskulpturen sind im Museum zu sehen.

Neue Ausstattung im 16. Jahrhundert

Wenige Jahre vor Einführung der Reformation erhielt die Kirche unter Abt Johann III. Schultheiß eine von Zeitgenossen hochgelobte Ausmalung. Ihr Bildprogramm lässt sich durch alte Beschreibungen rekonstruieren: Es enthielt neben Szenen aus dem Alten und Neuen Testament auch Bilder von deutschen Kaisern und Königen. Von der Ausstattung haben sich noch einige Holzskulpturen erhalten, die früher die Altäre der Kirche schmückten und heute im Klostermuseum zu sehen sind.

TIPP

Besuchen Sie das Klostermuseum von Hirsau: Das Museumsgebäude selbst gehörte einst zur mittelalterlichen Klosteranlage. Hier erfahren Sie Wissenswertes zur Hirsauer Geschichte.

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