Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Schlichte und elegante Formensprache

Stilgeschichte

Das äußere Erscheinungsbild von Kloster Heiligkreuztal ist heute von der schlichten und eleganten Formensprache der Gotik geprägt. Aber auch die Romanik und spätere Stilepochen haben im Kloster ihre Spuren hinterlassen.

Kreuzgang im Kloster Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Rundbogige Fenster und Türen im Kreuzgang.

Romanik

Der Grundstein von Kloster Heiligkreuztal wurde noch zur Zeit der Romanik im 13. Jahrhundert gelegt. An diese Stilepoche erinnert heute nur noch wenig. Die Klosterkirche, der Kreuzgang und die Klausurgebäude wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Nur im Kreuzgang sind noch einzelne romanische Spuren zu sehen: So führt eine rundbogige Tür im Ostflügel des Kreuzgangs in das Obergeschoss zu den Schlafräumen.

Chorbogen in der Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Die Zeit der Gotik prägte das Aussehen.

Gotik

Das ehemalige Kloster hat bis heute sein mittelalterliches Aussehen bewahrt. Klosterkirche, Kreuzgang und Klausur wurden maßgeblich zur Zeit der Spätgotik gestaltet. So zeichnet sich das Äußere der Klosterkirche durch die eleganten, schlanken und aufwärtsstrebenden Formen aus, die typisch für die Gotik sind. Im Inneren besticht das prächtige Rippengewölbe mit seinen Pflanzenornamenten. Auch im Kreuzgang finden sich spätgotische Maßwerkfenster und Fresken.

Innenraum der Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Eine Reihe kostbarer barocker Altäre.

Barock

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zur Zeit des Barock, blühte Kloster Heiligkreuztal nochmals auf. Die Klausur wurde stark erweitert und der Speisesaal des Äbtissinnengebäudes erhielt eine prächtige Stuckdecke mit geschwungenen Ovalrahmen, Bandelwerk und Blütendekor. Die Klosterkirche wurde mit neuen Altären ausgestattet, die heute noch fast unverändert an ihren originalen Aufstellungsorten zu sehen sind. Die Altäre sind mit verschiedensten Schmuckelementen wie Säulen, Rosetten und Putti verziert.

Stuckdetail der Decke der Nonnenempore in der Bruderkirche des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Filigrane Stuckaturen schmücken die Nonnenempore.

Rokoko

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zur Zeit des Rokoko, versah der berühmte Künstler Joseph Anton Feuchtmayer die Decke und Wände der Nonnenempore mit filigranen Reliefs. Zu sehen sind Medaillons, Blütengewinde, Akanthusblätter und Muscheln, die die Deckengemälde dezent und zugleich entzückend umspielen. Die verspielten Stuckaturen, teilweise muschelähnlich ausgebildet, sind typische Zierformen des Rokoko und gaben dieser Stilrichtung ihren Namen.

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