Stuckdetail der Decke der Nonnenempore in der Bruderkirche des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Bedeutender Künstler des Rokoko

Joseph Anton Feuchtmayer

Er gilt als einer der bedeutenden Künstler des Rokoko in Süddeutschland und der Schweiz: Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770) arbeitete als Stuckateur, Bildhauer, Altarbauer und Kupferstecher. In Heiligkreuztal ist seine stuckierte Decke über der Nonnenempore zu bewundern.

Nonnenempore in der Bruderkirche des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Feuchtmayer stuckierte die Nonnenempore.

Was verbindet Feuchtmayer mit Kloster Heiligkreuztal?

Für Kloster Heiligkreuztal führte Feuchtmayer 1729 die Neugestaltung der Decke über der Nonnenempore aus. Seine Stuckaturen aus Medaillons, Blüten, Akanthusblättern und Muscheln bilden hier ein filigranes Gesamtkunstwerk. Außerdem erhielt er 1752 von Äbtissin Maria Josepha von Holzapfel den Auftrag über einen stuckmarmornen Hochaltar für die Klosterkirche.

War Feuchtmayer ein bedeutender Künstler?

Feuchtmayer wird der sogenannten Wessobrunner Schule zugeordnet. Zu ihr gehören Künstler, die ab Ende des 17. Jahrhunderts in den Werkstätten der Benediktinerabtei Wessobrunn in Oberbayern ausgebildet wurden. Feuchtmayer war als Stuckateur und Bildhauer, Altarbauer und Kupferstecher tätig. Für seine Entwürfe verarbeitete er Anregungen der wichtigsten zeitgenössischen Künstler aus dem päpstlichen Rom und aus dem kaiserlichen Wien. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine außerordentlich anmutige Bewegtheit aus.

Figur „Der Honigschlecker“ in der Wallfahrtskirche Birnau

Der Honigschlecker in Birnau.

Welche Arbeiten begründen Feuchtmayers Ruhm?

Sein heute bekanntestes Werk ist der „Honigschlecker“ in der Wallfahrtskirche Birnau. Der Putto versinnbildlicht die Redegewandtheit des heiligen Bernhard von Clairvaux, der als Lehrer der honigsüßen Rede bezeichnet wurde. Feuchtmayer wurde wie zuvor schon sein Vater Franz Joseph zum Hausbildhauer von Kloster Salem. Vermutlich wurde er von dort nach Heiligkreuztal vermittelt. Auch in den Schlössern Meersburg und Tettnang hinterließ Feuchtmayer bezaubernde Rokoko-Stuckaturen, die ihn für die Nachwelt unsterblich machen.

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