Luftansicht des Klosters Heiligkreuztal

Ein Frauenkloster mit Geschichte

Wissenswert und amüsant

Am Anfang stand keine adelige Stiftung, sondern eine Gemeinschaft frommer Frauen, die Beginen. Als Zisterzienserinnenkloster gelangte Heiligkreuztal rasch zu großer Blüte. Heute beherbergt das Kloster eine katholische Bildungseinrichtung, sein Museum präsentiert Schätze sakraler Kunst.

Detail des Chorfensters in der Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Die Stiftung eines Kreuzsplitters gab den Namen.

Beginen-Gemeinschaft in Altheim

Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts gab es im Dorf Altheim Beginen: Diese ordensähnliche Gemeinschaft von Frauen aus Adel und Bürgertum lebte nach den mönchischen Idealen von Armut, Keuschheit und Gebet. Anfang des 13. Jahrhunderts erwarben die Schwestern von Konrad von Markdorf den Grund und Boden, auf dem später das Kloster erbaut wurde. Der Klosterort Wasserschapfen bei Altheim erhielt den Namen „Heiligkreuztal“, nachdem das Kloster einen Splitter des Kreuzes Jesu als Reliquie gestiftet bekam.

Kloster Salem aus der Luft

Kloster Salem hatte die Aufsicht.

Aufnahme in den Zisterzienser-Orden

Der Name Heiligkreuztal taucht erstmals 1231 in einer päpstlichen Urkunde über das Schutzprivileg für das Kloster auf. Zwei Jahre später wurden die frommen Frauen von Heiligkreuztal in den Orden der Zisterzienser aufgenommen. Als 1238 Kloster Salem auf päpstliche Anordnung das Aufsichtsrecht über Kloster Heiligkreuztal übertragen wurde, war der Weg der Schwesterngemeinde in den großen Ordensverband abgeschlossen. Künftig hatte der Salemer Abt die frommen Frauen in der Ordensdisziplin zu unterweisen.

Luftansicht des Klosters Heiligkreuztal

Verfügte einst über ein großes Territorium.

Die Klosterherrschaft

Der Konvent zählte durchschnittlich 25 Nonnen, die überwiegend aus dem Adel stammten. In seiner Blütezeit lebten sogar bis zu 125 Nonnen innerhalb der Mauern Heiligkreuztals. Durch bedeutende Schenkungen blühte das Kloster rasch auf und konnte seinerseits weiteren Grund, Höfe und Ortschaften erwerben. So besaß das Kloster am Ende des 18. Jahrhunderts acht Ortschaften und mehrere Gutshöfe. In diesem Klosterterritorium übte Kloster Heiligkreuztal die niedere Gerichtsbarkeit aus.

Innenraum der Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Blick in die ehemalige Klosterkirche heute.

Das Ende der Klostergemeinschaft

Mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel das Kloster an Württemberg. Die Klosterbewohnerinnen behielten lediglich das Wohnrecht bis zu ihrem Lebensende. Im 20. Jahrhundert verfiel die Anlage, doch mit dem Verkauf der Gebäude an die Stefanus-Gemeinschaft, einer katholischen Bildungseinrichtung, kam neues Leben nach Heiligkreuztal. Das Land Baden-Württemberg betreut die beiden Kirchen mit ihren Schätzen – kostbare Zeugnisse aus dem Leben der frommen Frauen von Heiligkreuztal.

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