Luftaufnahme von Kloster Heiligkreuztal

Zisterzienserinnen in Oberschwaben

Kloster Heiligkreuztal

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster liegt in einem Seitental der Donau bei Riedlingen und ist eines der eher versteckten Kleinode in Oberschwaben. Kloster Heiligkreuztal gilt als die am besten erhaltene Anlage der ehemals sechs oberschwäbischen Zisterzienserinnenklöster.

Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Das Münster St. Anna.

Von einer Gemeinschaft zum Kloster

Das Kloster wurde 1227 gegründet. Bereits 80 Jahre zuvor hatte sich im benachbarten Dorf Altheim eine Gemeinschaft von frommen Frauen zusammengefunden, die sich dann dem zisterziensischen Ordensverband anschließen durfte. Seinen Namen erhielt das Kloster nach einer kostbaren Reliquie, einem Splitter des Kreuzes Jesu, das Graf Egon von Griningen-Landau stiftete. Der Bau des romanischen Klosters in dem anfangs noch als „Wazzershaf“ bezeichneten Ort dauerte knapp zwanzig Jahre.

Luftaufnahme von Kloster Heiligkreuztal

Eine bemerkenswert gut erhaltene Klosteranlage.

Gut erhaltene Vierflügelanlage

Die vierflügelige Anlage ist bemerkenswert gut erhalten. Das erste Gotteshaus war die heutige Bruderkirche, die bald noch durch eine kleine Basilika ergänzt wurde. Die Kirchen bilden den Kern der Klosteranlage mit dem Kreuzgang und den südlich anschließenden Klausurgebäuden. Sie sind von den Amtshäusern und Wirtschaftsgebäuden umgeben. Noch heute umschließt die Mauer große Teile der Anlage. 

Spätgotische Malerei am Chorbogen in der Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal; Foto: Markus Schwerer

Spätgotische Ausschmückungen am Chorbogen.

Rege Bautätigkeit

Die Klosteranlage von Heiligkreuztal, wie sie heute noch zu sehen ist, entwickelte sich vom Ende des 15. bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Äbtissinnen Anna III. Gremlich und Veronika von Rietheim verpflichteten namhafte Künstler zur Gestaltung des Klosters. So erhielten die Kirche sowie der Kreuzgang ihre Gewölbe und große Teile ihrer kostbaren Ausmalung. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte das Kloster eine neue Blüte: Die Äbtissinnen ließen weitere Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude bauen.

Detail im Ostfenster der Klosterkirche St. Anna des Klosters Heiligkreuztal

Die Klosterkirche birgt ungeahnte Schätze.

Das Kloster heute

Die Klostergebäude werden seit 1972 von der Stefanus-Gemeinschaft, einer katholischen Bildungseinrichtung, betreut und genutzt. Sie führte umfangreiche Sanierungsarbeiten durch und richtete auf dem Gelände ein Zentrum für religiöse und wissenschaftliche Tagungen ein. Das Land Baden-Württemberg restaurierte die einstige Klosterkirche und die spätromanische Bruderkirche. Hier befindet sich seit 1994 das Museum „Glaubenszeugnisse frommer Frauen – Religiöse Kunst im Kloster Heiligkreuztal“.

Museum in der Bruderkirche des Klosters Heiligkreuztal

Blick in das Museum in der Bruderkirche.

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