Bildnis des Markgrafen Eduard Fortunat von Baden

Eine schillernde Person

Persönlichkeit: Eduard Fortunat

Misswirtschaft, Betrügerei und noch Schlimmeres – das Sündenregister des Markgrafen Eduard Fortunat von Baden-Rodemachern (1565–1600) ist lang: das „schwarze Schaf“ der Familie. Als die Verwandten aus Baden-Durlach sein Land besetzten, hielt er sich zeitweise auf der Yburg auf.

Bildnis von Christoph II. von Baden-Rodemachern

Sein Vater, Christoph II. von Baden-Rodemachern.

Woher kommt der Name Eduard Fortunat?

Eduards Vater Christoph II. von Baden-Rodemachern und seine Frau Cäcilie Wasa, Tochter des Königs von Schweden, lebten zeitweise in London am Hof Elisabeth I. Die Königin war ihnen gewogen und versorgte sie mit Geld. 1565 wurde am englischen Hof der gemeinsame Sohn geboren – so erhielt er den für das badische Haus untypischen Namen Eduard. Fortunatus bedeutet „der Glückliche“ – doch eine glückliche Hand hatte er später als Markgraf nicht. Schon seine Eltern häuften mächtige Schulden an.

Epitaph Bernhards III., aus der Stiftskirche in Baden-Baden

Das steinerne Ebenbild von Bernhard III.

Wie kam Eduard Fortunat an die Macht?

Seit 1535 waren die Markgrafen von Baden in zwei Familien geteilt: die Linien Baden-Baden und Baden-Durlach. Von den Baden-Badenern, deren Stammvater Bernhard III. war, hatte sich 1556 mit Eduard Fortunats Vater eine Seitenlinie abgespalten: die Markgrafen von Baden-Rodemachern. Rodemachern, im heutigen Lothringen gelegen, gehörte zum Streubesitz der Markgrafen. Als die Hauptlinie Baden-Baden 1588 im Mannesstamm ausstarb, kam Eduard Fortunat an die Regierung.

Bildnis Ernst-Friedrichs von Baden-Durlach

Ernst-Friedrich zum Kampf bereit.

Er gilt als „schwarzes Schaf“ der Familie – warum?

Eduard hatte ständig Schulden, unter anderem durch zahllose Reisen an fremde Höfe. Um an Geld zu kommen, heuerte er Straßenräuber an. Auch der Falschmünzerei wurde er bezichtigt. Seinen „Feind“, Ernst Friedrich von Baden-Durlach, versuchte er zu vergiften. Auch seine Frau Maria von Eicken hatte es nicht leicht mit ihm: Immer wieder versuchte er, die Legitimierung ihrer Verbindung hinauszuzögern. Er starb 1600 beim Sturz von einer Treppe – angeblich betrunken – auf der Burg Kastellaun, wohin er geflohen war. 

Porträt des Markgrafen Wilhelm von Baden, um 1620

Wilhelm von Baden in edlem Schwarz.

Warum griff die Verwandtschaft ein?

Den Teilungsverträgen entsprechend musste eine Linie spätestens im Erbfall für die Schulden der anderen aufkommen. So besetzte sein Vetter Ernst Friedrich von Baden-Durlach 1594 bis 1622 die Markgrafschaft Baden-Baden. Eduard Fortunats Kinder erkannte er nicht als Erben an, da sie der nichtstandesgemäßen Ehe mit Maria von Eicken entstammten. Sein Sohn Wilhelm wurde jedoch 1622 vom Kaiser als neuer Markgraf legitimiert.

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