Friedrich I. von Schwaben und Agnes von Waiblingen in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund

Bauherr der Stammburg

Friedrich I. von Schwaben

Herzog Friedrich I. von Schwaben (um 1050–1105) war ein treuer Gefolgsmann des Kaisers. Er gilt als Erbauer der ersten Stauferburg, der späteren Stammburg des Geschlechts. Seinen ursprünglichen Herrensitz in Lorch gab Friedrich auf und stiftete dort ein Benediktinerkloster.

Friedrich I. von Schwaben und Agnes von Waiblingen in der Lorcher Klosterkirche; Foto: Ulrich Rund

Friedrich war der erste Herzog von Schwaben.

Wie wurde er zu einem der mächtigsten Männer?

Von zentraler Bedeutung für den Aufstieg der Staufer wurde der älteste Sohn Friedrichs von Büren und der Hildegard von Egisheim, ebenfalls Friedrich genannt. Er begleitete seinen Freund, Kaiser Heinrich IV., 1077 bei dessen berühmtem Gang nach Canossa. Als Dank für seine treue Gefolgschaft ernannte der Kaiser Friedrich zwei Jahre später zum Herzog von Schwaben und gab ihm seine Tochter Agnes von Waiblingen zur Frau. Dadurch machte er seinen Schwiegersohn zu einem der mächtigsten Männer im Reich. 

Ausschnitt aus dem Stauferrundbild von Hans Klos im Kapitelsaal der Klosterkirche von Kloster Lorch

Burg Hohenstaufen.

Was bedeutete die Herzogswürde für seine Familie?

Die Erlangung der Herzogswürde und die Hochzeit mit der salischen Prinzessin entsprachen dem politischen Rang der Familie. Dadurch erwarben die Nachkommen den Anspruch auf das Erbe der Salier, nämlich das römische König- und Kaisertum. Dies waren entscheidende Voraussetzungen für den weiteren Aufstieg der Staufer von einem süddeutschen Adelsgeschlecht zu Königen und Kaisern in Mittel- und Südeuropa. Einen wehrhaften Stammsitz gab es bereits: Die Burg auf dem Hohenstaufen war schon um 1070 von Friedrich errichtet worden.

Warum war Friedrich der erste Staufer?

Bis zum 11. Jahrhundert galt die Regel, dass der Name des Vaters an den ältesten Sohn weitergegeben wurde. Damals fügten viele Adlige ihrem eigenen Namen den ihrer Burg als Herkunftsbezeichnung hinzu. So erhielt Friedrich I. von Schwaben, der Erbauer der Stammburg auf dem Berg Staufen, als Erster den Beinamen „von Staufen“ – eine Dynastie war geboren. 

Luftaufnahme von Kloster Lorch; Foto: Ulrich Rund

Kloster Lorch – die Grablege der ersten Staufer.

Wo wurde Friedrich I. begraben?

12 Kilometer vom Hohenstaufen entfernt stifteten Friedrich I. und seine Frau Agnes 1102 ein Kloster: Das Benediktinerkloster Lorch sollte die Familiengrablege sein. Hier fanden der Klostergründer und seine Familie ihre letzte Ruhe – jedoch keiner der staufischen Könige und Kaiser der späteren Generationen. Zur Erinnerung an die Staufer schuf ein unbekannter Steinmetz aus Göppingen im 15. Jahrhundert das beeindruckende steinerne Hochgrab mit dem Stauferwappen: Es steht noch heute im Mittelschiff der Klosterkirche.

Entdecken Sie die Wandbilder der Staufer in der Klosterkirche Lorch: Die Porträts von Friedrich I. und Agnes von Waiblingen, ihrem Sohn König Konrad III. und seiner Frau Gertrud von Sulzbach sowie weiteren staufischen Königen und Kaisern entstanden um 1530.

Versenden
Drucken