Der Hohenstaufen; Foto: Ralf Schwarz

Wehrhafte Festungen sichern die Macht

Burgenbau

Anzahl und Wehrhaftigkeit der Burgen galten im Mittelalter als Maßstab für politische Macht. Die Staufer verfügten um 1200 über ein Netz von mehreren hundert Burgen: Die Burg auf dem Hohenstaufen war die erste. Sie war eine stattliche Höhenburg mit Palas, Bergfried und Schildmauer.

Burg Rötteln bei Lörrach-Haagen

Repräsentative Höhenburg: Burg Rötteln.

Repräsentative Höhenburg

Eine Höhenburg hat den Vorteil, dass die steilen Abhänge an allen Seiten eine Annäherung des Feindes praktisch unmöglich machten. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand eine neue Turmform: der Bergfried. Er hatte ausschließlich Wach- und Wehrfunktion. Der Burgherr lebte in einem Wohnbau, der auch einen Saal für Feste besaß: der Palas. Den Burghof umschloss eine hohe Ringmauer, an der sich die anderen Wohngebäude anlehnten. In der Vorburg befand sich der Wirtschaftshof mit Ställen, Scheunen und Werkstätten. 

Modell der ehemaligen Burg Hohenstaufen im Dokumentationsraum für staufische Geschichte am Fuß des Hohenstaufen

Eine Vorstellung der Struktur der Burg.

Versuch der Rekonstruktion durch ein Modell

Wie die Burg Hohenstaufen genau ausgesehen hat, weiß heute niemand. Ein Modell, das im Dokumentationsraum zu sehen ist, soll eine ungefähre Vorstellung von der Struktur der Anlage geben. Es zeigt die Burg um 1500. Deutlich sichtbar ist die Mauer, die Vor- von der Hauptburg abtrennt. Dadurch schuf man bei der kleineren, westlich gelegenen Hauptburg einen besonders gesicherten Innenbereich. Außerdem ist ein zweiter Turm zu erkennen, der „Bubenturm“, der die Ringmauer verstärkte und die Wehrhaftigkeit weiter verbesserte.

Der Mannsturm, Detail des Modell der ehemaligen Burg Hohenstaufen im Dokumentationsraum für staufische Geschichte am Fuß des Hohenstaufen

Der „Mannsturm“ mit Fachwerkgeschoss.

Die Burg vor ihrer Zerstörung

Im 15. Jahrhundert wurde dem Bergfried, „Mannsturm“ genannt, ein Fachwerkgeschoss aufgesetzt. Schon von Weitem sichtbar überragte dieser für die Burg charakteristische Turm die gesamte Anlage. An seine Ostseite wurde eine Kapelle angebaut, an seine Westseite ein weiteres Wohngebäude. Dies war der Zustand der Burg Hohenstaufen Anfang des 16. Jahrhunderts – 1525 wurde die Burg von aufständischen Bauern erobert und zerstört. 

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