Luftansicht des Hohenstaufens

Der Hohenstaufen und die Staufer

Wissenswert und amüsant

Auf dem Bergkegel des Hohenstaufen, einem der drei Kaiserberge im Stauferland zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd, baute die legendäre Dynastie der Staufer ihren Stammsitz. 200 Jahre lang hatte eines der mächtigsten Adelsgeschlechter Europas hier eine Residenz.

Ansicht des Hohenstaufens; Foto: Rolf Schwarz

Hohenstaufen – Berg und Dorf.

Die Staufer – Glanz für Europa

Vom späten 11. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts herrschten die Staufer in Europa: eine Zeit großer politischer Spannungen zwischen Kirche und Kaiser. Die staufischen Herrscherpersönlichkeiten prägten die höfisch-ritterliche Gesellschaft und brachten Wissenschaften und Dichtung, Architektur und Burgenbau zur Blüte. Darüber hinaus förderten sie den Handel und den Städtebau und schufen damit Grundlagen für die Entwicklung Europas bis heute.

Der Hohenstaufen um 1100, Gemälde von 1670

Der Berg als Namensgeber für eine Dynastie.

Eine Burg als Sitz der Herzöge

Die Vorfahren der Staufer hatten vermutlich um 1000 hohe Reichsämter im Nördlinger Ries inne. Friedrich I., der erste Herzog von Schwaben, baute um 1070 die Burg auf dem Hohenstaufen. Allerdings war er häufig unterwegs: Er weilte am königlichen Hof und auf seinen Besitzungen im Elsass und im Ries oder nahm an Kreuzzügen teil. Dauerhafter hat vermutlich seine Ehefrau, die Königstochter Agnes, auf dem Hohenstaufen gewohnt. Mit dem Stammsitz wurde der Name der Familie, die „Staufer“, begründet.

Detail der Staufertumba in der Klosterkirche Lorch; Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Aus einer vornehmen und mächtigen Familie.

Ursprung der Staufer

Der Urgroßvater des berühmtesten Staufers, Kaiser Friedrich Barbarossa, war Friedrich von Büren. Dieser Beiname verweist auf den damaligen Sitz des Riesgrafen, möglicherweise einen – urkundlich nicht belegten – Wohnturm auf dem Burren nördlich des Ortes Wäschenbeuren. Seine Frau Hildegard von Egisheim, Tochter des Grafen Gerhard von Egisheim-Dagsburg und Nichte Papst Leos IX., gehörte einer vornehmen und mächtigen elsässischen Adelsfamilie an und wird oft als die Stammmutter der Staufer bezeichnet.

Modell der Burg Hohenstaufen im Dokumentationsraum für staufische Geschichte am Fuß des Hohenstaufen

Rekonstruktionsversuch im Modell: die Burg um 1500, 25 Jahre vor der Zerstörung.

Von der Residenz zum Steinbruch

Der Hohenstaufen war als herrschaftliche Residenz mit einem Saalbau und mehreren Wohnbauten für hohen Besuch gerüstet. Urkundlich bezeugt ist ein Aufenthalt Kaiser Friedrich Barbarossas „in castro Stoufen“. 1525 setzten aufständische Bauern die Burg in Brand. 60 Jahre später dokumentierte der Historiker Martin Crusius den Zustand der Ruinen – ihm sind wertvolle Informationen über das ursprüngliche Aussehen der berühmten Burg zu verdanken. In den nächsten zwei Jahrhunderten diente sie als Steinbruch.

Schon seit dem 19. Jahrhundert ist der Hohenstaufen ein beliebtes Ausflugsziel: Genießen Sie den sagenhaften Ausblick auf das Stauferland – der Aufstieg lohnt sich!

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