Luftansicht des Hohenstaufen

Zum Herrschen geeignet

Die Burg

Hohenstaufen – geschichtsträchtiger Name des Berges und zugleich Name der staufischen Burg. Hier, im Stauferland zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd, baute die mächtige Dynastie im 11. Jahrhundert ihren Stammsitz. An die einst stolze Burg erinnern heute nur noch Mauerreste.

Luftansicht des Hohenstaufen

Der Hohenstaufen in der Dämmerung.

Die Heimat der Staufer

Zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd, in einer der reizvollsten Landschaften Baden-Württembergs, bilden die drei Kaiserberge von Weitem eine markante Silhouette. Einer davon ist der Hohenstaufen, die Heimat der Staufer. Hier begann der politische Aufstieg von einem süddeutschen Adelsgeschlecht zu Königen und Kaisern in Mittel- und Südeuropa. Der Name des Berges, der bis ins 14. Jahrhundert „Staufen“ lautete, geht auf den mittelalterlichen Begriff „Stauf“ zurück – einen glockenförmigen Becher.

Karte von Württemberg auf Schiefer geätzt; Andreas Pleninger, um 1603

Zwei Kaiserberge: Hohenstaufen und Rechberg.

Drei Berge, zwei Burgen

Als Ort für ihre Stammburg wählten die Herzöge von Schwaben im 11. Jahrhundert den 684 Meter hohen kegelförmigen Berg Hohenstaufen aus. Deren Dienstleute, die Herren von Rechberg, bauten in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf dem nahegelegenen, 707 Meter hohen Hohenrechberg eine Burg. Auf dem Stuifen, der höchste Berg der Dreiergruppe mit einer Höhe von 757 Metern und in seiner Erscheinung nicht weniger imposant als die anderen, stand nie eine Burg.

Schwäbische Herzogsburg

Als Erbauer der Stammburg um 1070 ist Herzog Friedrich I. von Schwaben überliefert. Vor allem unter den ersten staufischen Herzögen war der Hohenstaufen ein Macht- und Regierungsmittelpunkt. Nachdem die Staufer im 12. und 13. Jahrhundert das König- und Kaisertum im Römischen Reich erlangt hatten, verlor die Burg zunehmend ihre wichtigste Funktion. Dennoch blieb sie ein militärischer Stützpunkt. Nach der Zerstörung der Burg im Bauernkrieg diente die Ruine über 200 Jahre lang als Steinbruch. 

Bad Boll mit dem Hohenstaufen, Aquarell von Eduard von Kallee, 1876

Bad Boll mit dem Hohenstaufen.

Romantisches und touristisches Reiseziel

Ende des 18. Jahrhunderts rückte das Mittelalter als Epoche in den Mittelpunkt des Interesses. Der Hohenstaufen zog viele Dichter und Maler der schwäbischen Romantik an – obwohl die Burg bereits im 19. Jahrhundert fast vollständig abgetragen war. Die Ergebnisse von zwei archäologische Ausgrabungen im 20. Jahrhundert verhalfen zu neuem Wissen: Mauerreste auf dem Gipfel des Berges wurden rekonstruiert. Heute ist der Hohenstaufen ein beliebtes Ausflugsziel mit einem fantastischen Blick auf das Stauferland.

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