Ursprung der Staufer

Burg Wäscherschloss

Von der Romanik bis zum 18. Jahrhundert

Burgenbau

Die kleine Burg hat eine lange Geschichte – und viele Jahrhunderte lassen sich an den Details des Baus ablesen. Aus der Zeit der Romanik und der Gotik haben sich nicht nur Elemente der Wehrtechnik erhalten, sondern auch Hinweise auf den Baustil der Zeit.

Modell der Burg Wäscherschloss; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Nina Kreckel

Früher war der Berg nicht bewaldet.

Auch Wehranlagen entwickeln sich weiter

Ein Wohnturm und eine Mauer, die ringsherum die Anlage schützt: Das sind die Grundelemente einer Burg von den frühesten Zeiten her. Das Wäscherschloss liegt über dem Beutental, vom Ort Wäschenbeuren her leicht zu erreichen: Daher ist auf dieser Seite die Mauer besonders dick. Ringsherum findet man heute noch die Wallanlagen, von denen das Wäscherschloss umzogen war. Im Mittelalter war das Gebiet um eine Burg leer und nicht bewaldet – damit man den Überblick über die näherkommenden Freunde oder Feinde behielt.

Burg Wäscherschloss, Blick durch den Torbogen auf den Palas; Foto: Amt Schwäbisch Gmünd

Noch heute erkennbar.

Die Staufer bauen romanisch

Die Baumeister der Stauferzeit bauten im romanischen Stil. Diese älteste Bauphase der Burg lässt sich an zwei Fensteröffnungen im Sockel des Wohngebäudes ablesen. Als typisch für die Mauertechnik des 13. Jahrhunderts und der Stauferzeit gelten die kräftig hervortretenden Steinblöcke der Mauern, sogenannte Buckelquader.

Aussenansicht der Burg Wäscherschloss; Foto: Giancinto Carlucci

Gotische Elemente sind auch in den Fenstern.

Umbau in der Gotik

Spitzbögen sind ein Erkennungsmerkmal der gotischen Zeit. Ein kleines Portal am Fuß der Mauer des Wohngebäudes zeigt dieses Stilelement der Gotik. Es ist seit späteren Umbauten zugemauert. Typisch für das 14. und vor allem das 15. Jahrhundert ist der „Schwäbische Mann“, ein Motiv der Fachwerkkonstruktion. Und auch die Bohlenstube mit den kleinen runden Glasscheiben, gefasst von Bleiruten, ist typisch für das späte Mittelalter. Die Datierung des Bauholzes bestätigt das Alter: Die Bäume für viele Balken wurden 1484 gefällt.

Aussenansicht der Burg Wäscherschloss; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Das zweite Stockwerk war ein Kornspeicher.

Nutzbau um 1700

Das obere Fachwerkgeschoss und das breite Walmdach stammen von 1699. Damals mussten das alte obere Stockwerk und das Dach wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Das Fachwerk lässt sich historisch einordnen, auch wenn es eine schlichte Konstruktion ist. Im frühen 19. Jahrhundert wurden die Räume des zweiten Stockwerks entfernt, um hier Platz für einen Kornspeicher zu erhalten. Die stolze Stauferburg war zu einem Wirtschaftsgebäude geworden, in dem Vorräte gelagert werden sollten.

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