Stammsitz der Staufer

Burgruine Hohenstaufen

Charismatischer Fürst und mächtiger Kaiser

Friedrich Barbarossa

Unter Kaiser Friedrich Barbarossa (um 1122–1190) übertrafen die Staufer alle anderen Geschlechter an Besitz und Macht. Sie verfügten über ein Netz von mehreren hundert Festungen. Seine Stammburg Hohenstaufen besuchte Friedrich Barbarossa ein Mal – als römischer Kaiser im Jahr 1181.

Herzog Friedrich von Schwaben, Detail in der Klosterkirche Lorch; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Herzog Friedrich von Schwaben.

Wer waren Friedrichs Eltern?

Friedrich war der einzige Sohn von Herzog Friedrich von Schwaben und von Judith, der Tochter Heinrichs des Schwarzen, Herzog von Bayern. Als Sohn eines staufischen Vaters und einer welfischen Mutter brachte er die langen Kriege zwischen den beiden Geschlechtern zu einem friedlichen Ende. Friedrich, genannt „barba rossa“, italienisch für Rotbart, wurde ein glanzvoller, tatkräftiger Herrscher. Er sah sich selbst als Ritter des Reiches und als Schutzherr des Papsttums.

Kaiser Friedrich Barbarossa, Detail in der Klosterkirche Lorch; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Kaiser Friedrich Barbarossa.

Welche Bedeutung hatte Friedrich Barbarossa?

Im Jahr 1155 wurde Friedrich Barbarossa als erster Staufer zum Kaiser gekrönt. Ihm gelang es während seiner 38-jährigen Regierungszeit, das Reich systematisch auszubauen und zugleich den staufischen Familienbesitz zu vergrößern. Die Staufer herrschten insgesamt 130 Jahre lang über weite Teile Mittel- und Südeuropas. Barbarossa und sein Enkel, Kaiser Friedrich II. (1194–1250), gelten als die bedeutendsten Stauferherrscher und gehören zu den interessantesten Persönlichkeiten des Mittelalters.

Wie ging es mit den Staufern weiter?

Friedrich Barbarossa starb 1190 auf dem Rückweg von einem Kreuzzug: Er ertrank im Fluss Saleph, in der heutigen Türkei. Die Dynastie der Staufer erlosch bereits vier Generationen später. Im Jahr 1268 verlor Konradin, der Urenkel Barbarossas, den Kampf um das staufische Erbe in Süditalien gegen den dort seit 1266 regierenden Karl von Anjou. Der gerade 16-jährige Konradin, der letzte Staufer, wurde auf dem Marktplatz von Neapel hingerichtet.

Vergoldete Bronzebüste des Kaisers Barbarossa im Dokumentationsraum für staufische Geschichte; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Vergoldete Bronzebüste des Kaisers Barbarossa.

Welche Beziehung hatte er zum Hohenstaufen?

Der Hohenstaufen war zwar nicht ununterbrochen fürstlicher Wohnsitz, nahm aber ab und zu hohen Besuch auf. Urkundlich bezeugt ist ein Aufenthalt Kaiser Friedrich Barbarossas „in castro Stoufen“ für das Jahr 1181. König Philipp, Barbarossas Sohn, war der letzte Staufer, für den persönliche Beziehungen zur Burg nachzuweisen sind. Nach seiner Ermordung 1208 zog sich seine Witwe, die byzantinische Kaisertochter Irene, auf die Burg zurück. Nur zwei Monate später starb sie bei einer Geburt und wurde im Kloster Lorch bestattet.

„Hohenstaufen und seine Kaisermale“.

TIPP

Besuchen Sie die Barbarossakirche am Fuße des Hohenstaufens. Das Gebäude reicht in seiner jetzigen Form bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Kirche, ursprünglich dem Heiligen Jakobus geweiht, wurde im 19. Jahrhundert in Barbarossakirche umbenannt.

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