Imposante Anlage im äussersten Südwesten

Burg Rötteln

Eine Burgruine als Sinnbild der Vergänglichkeit

Johann Peter

Hebel

Johann Peter Hebel (1760–1826) gilt heute als der bedeutendste alemannische Mundartdichter. Er kannte die Burg Rötteln schon aus seiner Kindheit und verewigte sie 1803 in seinem berühmten Gedicht „Die Vergänglichkeit“.

Geburtszimmer von Johann Peter Hebel in Basel; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Baseler Geburtszimmer von Hebel.

Woher stammte Hebel?

Johann Peter Hebel stammte aus Basel, verbrachte aber einen Teil seiner Kindheit im Heimatdorf seiner Mutter. Hausen im Wiesental liegt eine Stunde Fußmarsch von Rötteln entfernt. Die Erinnerungen an das städtische Basel und das ländliche Wiesental haben seine Werke geprägt. Als Theologe und Lehrer kam er 1791 nach Karlsruhe. 1819 wurde er Prälat der lutherischen Landeskirche und dadurch Mitglied der badischen Ständeversammlung. Als Abgeordneter kümmerte er sich um Bildungs-, Kirchen- und Sozialpolitik.

Hausen im Wiesental, Stahlstich von R.Dawson; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Hebels Elternhaus in Hausen im Wiesental.

Warum auf alemannisch dichten?

Zeit seines Lebens sehnte sich Hebel nach dem heimatlichen Wiesental. Gerne hätte er dort eine Stelle als Pfarrer in einer kleinen Landgemeinde angenommen. Doch er wurde, wie er selbst sagte, „immer weiter von dem Ziel meiner bescheidenen Wünsche hinweggeführt“. Nach einer Reise ins Wiesental 1799 schrieb er, inspiriert von der Sehnsucht nach der Heimat, seine alemannischen Mundartgedichte. In den 32 Gedichten stellte er Lebensart, Landschaft und Dialekt seiner Heimat dar.

Dieser Stahlstich aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigt eine malerische Ansicht auf das Wiesental mit der Ortschaft im Hintergrund.

Ansicht auf Süden auf Aussenmauer und Bergfried von Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Ruinen zeichnen sich vor dem Himmel ab.

Welche Bedeutung hatte Burg Rötteln für Hebel?

„Wenn mer‘s Röttler Schloß so vor den Auge stoht, se denki dra, öb‘s üsem Hus echt au e mol so goht“, heißt es in Hebels Gedicht „Die Vergänglichkeit“. Es geht um Sterben und Vergehen. Vor der Kulisse der zerfallenen Ruine erklärt der Großvater dem Bub die Vergänglichkeit alles Irdischen: Die stolze Burg Rötteln, einst ein Sinnbild der Macht, wurde im Laufe der Jahrhunderte zur Ruine – und so wird es der ganzen Welt ergehen. Hebel hat in diesem Gedicht auch eigene Erfahrungen vom Tod seiner Mutter verarbeitet.

Kinder am Fenster in einem Holzschnitt als Illustration zu Johann Peter Hebels Gedicht "Das Spinnlein", 1860; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Illustration zum Gedicht „Das Spinnlein“.

Wie erfolgreich waren die „Alemanischen Gedichte“?

Hebels Mundartgedichte wollte zuerst kein Verleger herausgeben. Die erste Auflage erschien noch anonym. Doch schon bald hatten seine Gedichte einen überwältigenden Erfolg und machten ihn berühmt: Markgraf Karl Friedrich von Baden – Hebels Landesherr – ließ sich von ihm die Gedichte vorlesen, Johann Wolfgang von Goethe schrieb eine positive Rezension. Besonders gerühmt wurde die Verbindung von volkstümlichen Motiven mit tieferen Aussagen und Gedanken.

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