Imposante Anlage im äussersten Südwesten

Burg Rötteln

Die drei Bestandteile der Burg Rötteln

Burgenbau

Ein Aufstieg zur Burg Rötteln gleicht einem Gang durch die Geschichte des Festungsbaus. Schicht um Schicht erschließen sich die einzelnen Etappen der mittelalterlichen Bau- und Wehrtechnik. Der Bergfried ist das Herz der Burg.

Luftansicht aus Osten auf die Zugbrücke von Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Blick von der Oberburg.

Sicherung von außen: die Bastion

Der Kapf, ein sternförmiges Plateau vor der äußeren Burgmauer, bildet den ersten Absatz auf dem Weg in die mittelalterliche Burg. Als Kanonen aufkamen, bot sie nicht mehr ausreichend Schutz: Die Markgrafen von Baden legten im 17. Jahrhundert Bastionen an. Gemäß der Wehrtechnik der Zeit waren die Mauern schräg geböscht, mit spitzen Zacken nach außen, die die Wucht der Kanonenkugeln ablenkten. Als der französische König Ludwig XIV. die Burg Rötteln eroberte, ließ er diese letzte Befestigung abtragen.

Eingang zur Unterburg mit Turmruine von Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Am Eingang der Vorburg wacht ein Turm.

Wehrhafte West- und Südseite: die Vorburg

Mit einer Ausdehnung von mehr als 100 Metern, einem doppelten Mauerring mit fünf runden Türmen und mächtigen Torbauten stellt die Vorburg die spätmittelalterliche Ausbauphase der Burg dar. Sie hat am meisten von ihrer historischen Bausubstanz eingebüßt. Lediglich die als Ringmauern geführten Außenmauern sind leidlich gut erhalten (3). Die Erfindung des Schießpulvers hatte stärkere Befestigungsanlagen notwendig gemacht, die nun weniger sorgfältig als früher aus Bruchstein errichtet wurden.

Palas mit Brunnen und Bergfried von Burg Rötteln;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Im ehemaligen Palast wohnten die Burgherren.

Kern der Anlage: die Oberburg

Nur über eine schmale Brücke ist die Oberburg zu erreichen. Tiefe Fensteröffnungen, Ansätze von Kaminen und Rippengewölben lassen den mächtigen Palas erkennen, der in mehreren Phasen errichtet wurde. Zentrum der Burg ist der schräg gestellte Bergfried, erbaut aus sorgsam, ohne Mörtel aufgeschichteten Sandsteinquadern. Diese Technik ist charakteristisch für den Burgenbau des Oberrheins. Die meisten Quader sind als sogenannte Buckelquader gestaltet worden. Dadurch wirkt die Mauer besonders trutzig und abweisend.

Bekrönt die Oberburg: der Bergfried.

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