Imposante Anlage im äussersten Südwesten

Burg Rötteln

Hochmut kommt vor dem Fall

Das Ende

der Burg

Eine so stolze Burg wie Rötteln war unbezwingbar. Als sie schließlich im Jahr 1678 doch fiel, konnte das nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Eine Sage aus dieser Zeit berichtet von einem Röttler Burgherrn, der seine Untertanen hartherzig strafte und damit Schaden anrichtete.

Kreuzstockfenster der Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Durch ein Fenster fiel der Knecht in den Tod.

Die Hexe von Binzen

Der Legende nach fiel der Hund des Herrn einen treuen Diener an. Nur mit einem Stein wusste sich dieser zur Wehr zu setzen und verletzte den Hund am Bein. Daraufhin war der Burgherr so erbost, dass er den Diener von der Turmzinne stürzte. Als die Ehefrau den Toten fand, schwor sie Rache. Ganz alleine lebte sie fortan in einer Hütte am Luckeweg bei Binzen, nur begleitet von dem hinkenden Hund, den sie geheilt hatte. So kam sie in den Ruf, eine geheimnisvolle Hexe zu sein.

Portal zum neuen Bau der Burg Rötteln; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Ein Stein brachte der Tochter den Tod.

Fallstricke der Liebe

Die Strenge des Herrn von Rötteln konnte nur durch seine Tochter gemildert werden, die dem Vater alles bedeutete. Schon in Kindertagen hatte er ihre Hand dem Sohn seines Freundes von Hunoltstein versprochen. Diese Freundschaft sollte über alle Zeiten dauern. Doch die Tochter verliebte sich in einen fahrenden Sänger, wie der Herr von der Hexe erfuhr. Er erschlug den Sänger und dabei fiel die Tochter mit dem Kopf auf einen Stein. Gemeinsam ist das liebende Paar gestorben.

Weinkeller im alten Bau von Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Geheime Verstecke in der Burg.

Die Rache

Doch der Getötete war kein einfacher Sänger, sondern er war der verkleidete Sohn des Freundes gewesen. Nun wollte sich der Vater rächen. Wochenlang belagerte er die Burg Rötteln, ein Erfolg schien nicht in Sicht. Bis die alte Hex von Binzen kam und ihm einen geheimen Gang, der in die Burg hinein führte, zeigte. Nun konnte der Herr von Rötteln besiegt werden. Den Sterbenden schleifte die Hexe hoch auf die Mauerzinne und warf ihn, wie er ihren Mann zuvor, hinunter in die Tiefe.

Andere Fassungen

Andere Quellen erzählen von einer schönen Tochter der Hexe, die von dem Burgherrn geraubt wurde. Aus Rache mischte die Hexe einen Gifttrank, den sie ihrer Tochter zur Arbeit auf der Burg mitgab. Doch anstatt das Gift dem Herrn unterzumischen, trank sie es versehentlich selbst und überlebte nicht. Als die Franzosen später die Burg Rötteln belagerten, zeigte die Hexe den geheimen Weg in die Burg, den sie von ihrem Mann her kannte. So übte sie Rache für den Tod ihrer Tochter.

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