Außenansicht der Burg Wäscherschloss; Foto: Rolf Schwarz

Mittelalterliche Steinmetze bei der Arbeit

Staufische Buckelquader

Zu den ältesten Bauteilen von Burg Wäscherschloss zählt die trutzige zwei Meter dicke Mauer. Zum Bau der Mauer wurden die im 13. Jahrhundert typischen sogenannten Buckelquader verwendet. Diese Form der Steinbearbeitung wird heute meist mit der Stauferzeit verbunden.

Detailansicht einer Mauer von Burg Wäscherschloss mit Buckelquadern, Foto:  Markus Menzel

Außen glatt, innen bucklig.

Was ist ein Buckelquader?

Ein Buckelquader ist ein Stein, der quaderförmig behauen wurde. Seine Schauseite ist an den Rändern glatt bearbeitet – ein sogenannter Randschlag –, sein mittleres Feld ist roh belassen und steht „bucklig“ hervor wie ein Kissen oder eine Platte. Meistens wurden Buckelquader aus leicht zu bearbeitenden Gesteinsarten wie Sandstein oder Kalkstein hergestellt. 

Kostümierte Besucher der Burg Wäscherschloss; Foto: Rolf Schwarz

Ein Signal von Kraft und Stärke.

Steine der Stauferzeit

Die mächtige Schildmauer von Burg Wäscherschloss zeigt die Wirkung der aufwendig gestalteten Außenflächen. Schon von Weitem signalisierten diese kräftig wirkenden Steine die Stärke der Burg und somit auch die Macht ihres Burgherrn. Am häufigsten wurden Buckelquader in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eingesetzt, im heutigen Gebiet von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Elsass.

Detail der Innenmauer im Burghof von Burg Wäscherschloss; Foto: Julia Haseloff

Löcher für den Transport.

Die Arbeit der Steinmetze

Auf der Außen- und auf der Innenseite des Buckelquaders befindet sich in der Mitte ein Loch: Ansatzpunkte für die Greifarme der Steinzange, die den Quader umso stärker festklemmten, je stärker der Zug von oben ausgeübt wurde. Mit Flaschenzügen konnte so ein Buckelquader transportiert werden. An einem Teil der Buckelquader von Burg Wäscherschloss sind einfache geometrische Zeichen zu sehen. Damit markierten die Steinmetze ihre bearbeiteten Stücke – vielleicht um die stückweise Abrechnung zu erleichtern.

Auch interessant

Burgenbau

Steinmetzzeichen sehen Sie beispielsweise an der Nordostecke von Burg Wäscherschloss!

Versenden
Drucken