Luftaufnahme der Burg Wäscherschloss

Wehrburg zum Schutz des Hohenstaufen

Das Gebäude

Die ältesten Teile der Burg entstanden bereits im frühen 13. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde das Wohngebäude erweitert. Das Mauerwerk zeigt, dass die rechte Seite mit den zwei kleinen Rundbogen-Fenstern der ältere Teil ist. Das heutige Wohngebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Besucher auf Burg Wäscherschloss; Foto: Rolf Schwarz

Damals eine militärische Befestigungsanlage.

Ein Vorwerk der Stammburg

Heute kennen die meisten das Wäscherschloss als Ausflugsziel im Grünen. Der eindrucksvolle Hof ist die Kulisse für viele Veranstaltungen mit Mittelalter-Reiz. Tatsächlich stammt die stimmungsvolle Burg zu großen Teilen aus der Zeit der Staufer. Und bei aller Stimmung: Das Wäscherschloss hatte militärische Funktionen. Die kleine Burg zu Füßen des Hohenstaufen war als vorgelagerte Befestigung errichtet. Dieses sogenannte Vorwerk wurde angelegt, um von hier aus die Hauptburg zu sichern und zu schützen. 

Außenansicht der Burg Wäscherschloss; Foto: Amt Schwäbisch Gmünd

Schildmauer als bester Schutz.

Die mächtige Mauer

Fast zehn Meter hoch umschließt die Mauer Burg und Burghof. Dadurch zeigt sich das Wäscherschloss nach außen als geschlossener Block. Im Westen diente die mächtige Mauer als Schildmauer. Solche senkrecht aufragenden Wände finden sich vor allem auf der Hauptangriffsseite einer Burg – die die verwundbarste Stelle der Wehranlage war. Die Schildmauer im Westen des Wäscherschlosses ragt ohne jede Öffnung hoch. Ganz oben sitzt das oberste Stockwerk des Wohngebäudes auf der Mauer.

Innenansicht der Burg Wäscherschloss; Foto: Rolf Schwarz

Blick in den stolzen Palas.

Wo der Ritter wohnte

Der stattliche Palas oder Wohnbau wird erst nach dem Betreten des Hofes richtig sichtbar. Das untere Fachwerkgeschoss, bereits im Jahre 1484 errichtet, hat seine Fenster nur zum Hof. Eine Ahnung davon, dass das Wäscherschloss einst eine stolze Burg war, gibt die prächtige Fensterfront der Stube dieses Stockwerks. Bis zur Freilegung im Jahr 1977 waren die Fenster vermauert. Sie konnten wieder mit Bleiglasscheiben verglast werden. Das obere Stockwerk, das sich Fachwerk deutlich vom unteren unterscheidet, und das Dach stammen von 1699. Damals musste dieser Bereich ganz erneuert werden.

Außenansicht der Burg Wäscherschloss; Foto: Amt Schwäbisch Gmünd

Immer wieder anders.

Immer wieder umgebaut

Das ganze Gebäude zeigt, dass es immer wieder umgebaut wurde. Beispielsweise lässt sich an einem zugemauerten spitzbogigen Kellereingang im Erdgeschoss die Jahreszahl 1604 lesen. Deutlich zu erkennen: Der Stein gehört nicht hierher. Er stammt von einer anderen Stelle der Wäscherburg und wurde hier nur wiederverwendet. 

Schauen Sie sich die mächtige Mauer auf der Innenseite an: Auf der Nordseite gibt es eine Abtritts-Nische und verschiedene Balkenlöcher, die auf hölzerne Anbauten hinweisen. Auf der Südseite finden Sie einen Ausgussstein für Koch- oder Spülwasser. Hier befand sich die Burgküche.

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