Besucher vor einer Mauer auf der Burg Rötteln

Vom adeligen Stammsitz zum beliebten Ausflugsziel

Wissenswert und amüsant

Die eindrucksvolle Anlage der Burg Rötteln fasziniert die Menschen bis heute. Die Burg diente als Stammsitz mächtiger Familien und als Verwaltungszentrum der Markgrafen von Baden. Eine neue Bedeutung bekam Rötteln im 19. Jahrhundert als romantische Burgruine und Ausflugsziel.

Grabplatte der Herren von Rötteln mit badischem/hachbergischem Wappen, 14. Jahrhundert

Grabplatte mit Wappen der Herren von Rötteln.

Stammsitz der Herren von Rötteln

1259 ist die Burg Rötteln erstmals urkundlich genannt. Doch sie muss älter sein, schließlich nannten sich die Herren von Rötteln nach ihrem Stammsitz am Rand des Südschwarzwalds. Und ihr Name ist erstmals 1103 in einer Urkunde zu lesen. Die Herren von Rötteln bauten den Kernbereich der Burg, die sogenannte Oberburg, mit dem gut erhaltenen Bergfried und dem Palas, von dem nur noch die Außenmauern und der Weinkeller erhalten sind.

Grabmal Markgraf Rudolfs III. von Hachberg

Grabmal Markgraf Rudolfs III., Kirche zu Rötteln.

Residenz der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg

Rötteln wechselte 1315 den Besitzer. Nun waren die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg die Herren. Es war eine Familie, die im Laufe des 14. Jahrhunderts immer mächtiger wurde. Seit 1394 war Markgraf Rudolf III. nur noch dem Kaiser untertan, später erhielt er das Geleitrecht für Händler und das Schutzrecht über die Kirchen. Er verlegte die Residenz der Familie nach Rötteln. Die meisten erhaltenen Gebäudeteile gehen auf die markgräfliche Bautätigkeit zurück – doch die einst herrschende Pracht kann man heute nur erahnen.

Blick auf Oberburg mit Bergfried der Burg Rötteln

Die Oberburg thront über der Vorburg.

Badischer Verwaltungssitz

Das Markgräfler Land fiel 1503 an das Haus Baden. Durch die Teilung der Markgrafschaft Baden in zwei Linien kamen Rötteln und das Markgräfler Land 1535 an die Linie Baden-Durlach. Nur selten diente die Burg den Markgrafen als Wohnsitz, wenn sie ihr südliches Gebiet besuchten. Stattdessen wurde Rötteln zum Verwaltungssitz des Markgräfler Landes. Hier wohnten die markgräflichen Beamten. Die Bautätigkeit auf der Oberburg wurde eingestellt, die Vorburg als Verwaltungssitz weiter ausgebaut.

Vom Steinbruch zum Denkmal

Ende des 17. Jahrhunderts war die Burg zerstört. Zeitweilig diente sie als Weinlager, umliegende Dörfer nutzten sie als Steinbruch. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Zeitalter der Romantik, entdeckten Künstler und Dichter die Bauwerke des Mittelalters neu. In den 1820er-Jahren kamen die ersten Maler und Zeichner zur Burg Rötteln: Sie zeigten die Bedeutung der Burg im Zustand als Ruine. Seit 1926 kümmert sich der Röttelnbund e.V. um die Burg, bewahrt sie vor dem Verfall und erforscht ihre Geschichte.

Burg Rötteln, Lithografie von A. Merian, 1828
Burg Rötteln, Lithografie von A. Merian, 1828

Im 19. Jahrhundert war die Ruine ein beliebtes Motiv bei romantisch gesinnten Künstlern.

Seit 1968 gibt es die Burgfestspiele Rötteln: Jedes Jahr im Sommer werden Theaterstücke auf einer Naturbühne in der Vorburg aufgeführt. Außerdem findet das Festival „Jazz auf der Burg“ statt.

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