Bernhardsbau des Alten Schlosses Hohenbaden

Ein Geist im Alten Schloss

Die graue Frau

Wie auf jeder Burg gibt es auch hier eine Geistergeschichte. Die Sage von der grauen Frau ist die berühmteste Legende um das Alte Schloss Hohenbaden: Die grausame Fürstin knechtet ihre Untertanen, verliert ihr Kind und geistert seither durchs Alte Schloss.

Treppe im Alten Schloss Hohenbaden

Tief geht es hinab in die Burg.

Die Untertanen haben es schwer

Vor Zeiten lebte auf Schloss Hohenbaden eine Markgräfin, welche nur an sich und ihren Vorteil dachte, die Untertanen aber hart bedrückte. Sie forderte von ihnen hohe Abgaben und ließ sie dauernd zu schwerer Arbeit antreiben. Wer jedoch gegen Anordnungen murrte oder gar den Gehorsam verweigerte, wurde unerbittlich in den feuchten Felsenkeller geworfen, oft auch grausam gefoltert.

Bergfried des Alten Schlosses Hohenbaden

Überheblichkeit kommt oftmals vor dem Fall.

Überhebliche Markgräfin

Eines Abends trug die Markgräfin den einzigen kleinen Sohn zum Turm der Burg, hielt ihn weit über die Mauerbrüstung und zeigte auf das Land zu Füßen ihres Wohnsitzes: „Blicke hinaus und zähle Dörfer, Flecken und Höfe! Du kommst damit zu keinem Ende. Soweit deine Augen reichen, sind Mann und Weib dir untertan. Zwinge sie dereinst unter deine Knute und schenke ihnen keinen Fron, auf dass Du wohl lebest auf Erden!

Oberburg mit Hermannsbau und Schildmauer vom Alten Schloss Hohenbaden

Hat sich das Unglück hier ereignet?

Das Unglück

Doch kaum hatte die eigensüchtige Frau ihre Aufforderung beendet, entglitt das Kind ihren Armen und stürzte in die Tiefe. Geisterbleich hastete sie die Treppen hinab, um im Felsgewirr vor der Burg ihren Sohn zu suchen. Obwohl sie alle Diener und Mägde durch den Wald hetzte, wurde das Kind nie mehr gefunden.

Burganlage vom Alten Schloss Hohenbaden von Südwesten

Noch heute irrt sie durch die Räume.

Für immer verdammt

Fortan jagte die Markgräfin ruhelos durch Gänge und Gemächer des Schlosses und schrie nach ihrem Kinde. Selbst in der Grabgruft fand sie keine Ruhe. Wenn heute in finsteren Regennächten der Sturm durch das verwitterte Gemäuer heult und durch die Ritzen faucht, wandelt die habgierige Fürstin in grauem Mantel durch die öden Räume, wirr flattert das weiße Haar um ihre Stirn und heiser gellt ihre Stimme.

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