Wappen über dem Torbogen des Alten Schlosses Hohenbaden

Die Markgrafen von Baden und ihr Titel

Wissenswert und amüsant

Wer waren sie, die Markgrafen von Baden – jenes Geschlecht, nach dem ein ganzes Land benannt wurde? Ursprünglich kamen sie gar nicht aus der Region.

Bildnis von Hermann II., Markgraf von Baden, Lithografie um 1820

Hermann II. nannte sich 1112 Markgraf von Baden.

Der erste Markgraf von Baden

Hermann II. von Baden (um 1074–1130), der Sohn von Hermann I., war mit Judith von Backnang verheiratet. Er führte zunächst die Titel Graf im Breisgau und Markgraf von Limburg – die Limburg bei Weilheim unter Teck war eine Zeitlang der Sitz der Familie. Bald besaß er auch Gebiete rund um die Stadt Baden. 1112 nannte sich Hermann II. in einer Urkunde nach seinem neuen Wirkungskreis: Markgraf von Baden. Die Burg muss zu diesem Zeitpunkt schon bestanden haben – erstmals erwähnt wird sie 1122. 

Luftansicht des Alten Schlosses Hohenbaden

Hier lebten die Markgrafen von Baden lange Zeit.

Der Titel „Markgraf“

Ein Markgraf, lateinisch „marchio“, war ein Graf, der vom Kaiser ein Lehen an einer Grenze des Heiligen Römischen Reichs bekommen hatte, um sie zu sichern. Das Land rund um die Stadt Baden allerdings war um 1100 gar kein Grenzgebiet: Der Markgrafentitel rührte von der Markgrafschaft Verona her, die die Vorfahren Hermanns II. besaßen.

Bildnis von Berthold I., Lithografie um 1820

Der Großvater Hermanns II.: Berthold I.

Wie kam die Familie an die Markgrafschaft Verona?

Berthold I. hatte zwischen 1057 und 1061 vom Kaiser das Herzogtum Kärnten bekommen, das mit der Markgrafschaft Verona verbunden war. Seine Söhne Berthold II. und Hermann I. behielten einfach die Titel Herzog und Markgraf. Von Hermann I. ging der Markgrafentitel auf seinen Sohn Hermann II. über. Aus der Bezeichnung Markgraf von Verona wurde zunächst die eines Markgrafen von Limburg und dann eines Markgrafen von Baden.

Bildnis von Hermann I., Lithografie um 1820

Der Vater Hermanns II.: Hermann I..

Nachfolger der Zähringer

Herzog Berthold II., der Bruder von Hermann I., gilt als Gründer der Burg Zähringen bei Freiburg, nach der sich seine Familie künftig benannte. Die Zähringer, die wiederum mit den staufischen Kaisern verwandt waren, wurden eines der bedeutendsten Geschlechter des Heiligen Römischen Reichs. 1218 starben sie aus. Seit dem 18. Jahrhundert bezeichneten sich die Markgrafen von Baden als deren Nachfolger – und nannten sich nun auch Herzöge von Zähringen. In Wirklichkeit hatten beide Familien nur gemeinsame Vorfahren. 

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