Blick in die Unterburg vom Alten Schloss Hohenbaden

Eindrucksvolle Mauern

Die Unterburg

Um 1400 bis 1450 wurde die Burganlage zur Residenz ausgebaut – die Unterburg entstand. Dies war ein Zeichen für die zunehmende politische Bedeutung der Markgrafen von Baden. Damals bekam die Anlage ihre heutigen Dimensionen.

Eingangstor mit Wappen vom Alten Schloss Hohenbaden

Das Tor als Eingang in die Vergangenheit.

Der Aufgang zur Burg

Das äußere Tor der Burg entstand um 1400, zur Zeit der Gotik. Über dem Spitzbogen sind Reste des badischen Wappens und ein Ritterhelm mit Steinbockhörnern zu sehen, die typische Helmzier der Markgrafen von Baden. Der ansteigende Burgweg erschließt die Anlage über weitere Tore – einst eine Hürde für Feinde. 1838, nachdem man die Burg gesichert und begehbar gemacht hatte, wurde die Gaststätte im Stil der Neugotik errichtet. Vom Burghof mit Zisterne sind der Bernhardsbau und der Jakobsbau zugänglich.

Der Bernhardsbau des Alten Schloss Hohenbaden von außen

Der Bernhardsbau: Wohnbau in der Unterburg.

Der Bernhardsbau

Der Bernhardsbau, kurz vor 1400 begonnen, war der Palas der Unterburg – ein Wohnbau gewaltigen Ausmaßes. Das Erdgeschoss, in dem noch eine gotische Säule steht, diente den Rittern als Unterkunft. Für Festlichkeiten beherbergte das erste Obergeschoss den durch Kamine beheizbaren Rittersaal. An den Fensternischen haben sich Steinbänke erhalten. Über dem Saal lagen einst weitere Wohngeschosse mit steilen Dächern. Ein Treppenturm erschloss die Geschosse, dazu gab es eine Freitreppe ins erste Obergeschoss.

Der Hermannsbau mit Kapelle (unten rechts, querrechteckiges Fenster mit Segmentbogen) im Alten Schloss Hohenbaden

Heute ist die Raumnutzung nicht immer klar.

Speiseraum oder Privatkapelle?

Vom Erdgeschoss des Bernhardsbaus ist die Loge erkennbar, die etwas erhöht über dem Rittersaal lag. Zugänglich ist sie vom Jakobsbau aus. Der kleine Raum mit gotischem Gewölbe und rechteckiger Nische wurde 1834 bis 1835 als „gotisches Kabinett“ im neugotischen Stil erneuert – die Ausstattung ist heute verloren. Früher hielt man ihn für eine Loge, in der die Fürsten speisten. In neuerer Zeit haben Experten eine plausiblere Deutung gefunden: Es handelte sich um eine Privatkapelle für die Markgrafen.

Luftansicht des Alten Schlosses Hohenbaden

Blick auf die Burganlage.

Der Jakobsbau

Der Jakobsbau entstand Mitte des 15. Jahrhunderts – doch schon im 12. Jahrhundert war hier die Burgkapelle, die um 1300 vergrößert wurde. Den ehemals im Norden liegenden Altarraum, eine rundbogige Nische, verlegte man nach Osten und baute dafür einen gotischen Erker an. Beim Blick durch die fensterähnliche Wandöffnung rechts kann man ihn noch erahnen. Auch die Reste einer Sakramentsnische weisen auf die Funktion des Raums hin. Über Treppen gelangt man von hier in die Oberburg.

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